Daten über Peru: Geschichte, Tourismus, Wirtschaft, Daten
Aus Geschichte, Tourismus und Wirtschaft von Cuzco
( Auszug aus „Express Reisehandbuch Peru“ von L.Kammler Verlag Mundo
)
„Steigt auf die Erde hinab“, sagte nach einer Legende die Sonne
zu ihren Kindern Manco Capac und Mama Occlo, „steigt hinab und errichtet
dort eine Herrschaft der Freundlichkeit und Toleranz, der Erkenntnis und Erleuchtung.
Lehrt die darbenden Menschen, ihre Felder zu bestellen, Tiere zu züchten,
Stoffe zu weben. Gebt ihnen Gesetze und Ordnung“. Um zu wissen, wo das
Reich zu gründen ist, bekamen sie einen goldenen Stab. Wo er sich widerstandslos
in die Erde bohren ließ, sollten sie sich niederlassen.
Vom Titicaca-See aus machten sich die Kinder auf den Weg. Bei Cuzco verschwand
der Stock im Boden. Der erste Inka Manco unterwarf die Völker im Tal und
baute den ersten Palast mit dem Heiligtum der göttlichen Sonne Inticanacha,
den Sonnenhof. Später enstand der Sonnentempel Coriconcha, das berühmteste
Bauwerk des Reiches.
Um 1200 unterwarfen die Inkas das Küstenvolk der Chimu und gründeten
Cuzco. Etwa 200 Jahre widmeten sich die acht Herrscher dessen Ausbau und Befestigung.
Bis zur Ankunft der Spanier Anfang des 16.Jahrhunderts blieb die Gegend Zentrum
des Reiches.
Von 1531 bis 1534 eroberte Francisco Pizarro das Inka-Reich. Mit Limas Gründung
sank Cuzco auf das Niveau eines vernachläsigten Hinterlandes. Inzwischen
jedoch entwickelte sich die Region zum touristischen Hauptanziehungspunkt.
Für die meisten gehört zu einem Perúbesuch die „Archäologische Hauptstadt“. Mit dem Ansteigen der Besucherzahlen seit etwa 1973/74 schnellte auch die Zahl der kunsthandwerklichen Geschäfte in die Höhe. Etwa die Hälfte dieser Betriebe beschäftigt sich mit der Herstellung oder dem Verkauf regionaltypischer Kleidung. Hohen Stellenwert haben auch Pelze, Leder, Schmuck und Keramik.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Kunsthandwerks beruht nicht nur auf dem Geschäft
mit den Urlaubern, sondern auch auf dem Export. Allein von 1978 bis 1982 verzehnfachten
sich die Einkünfte auf rund 350.000 US $. Hauptsächlich gelangen die
Gegenstände nach Übersee. Jedoch bleiben die Einnahmen im wesentlichen
auf Cuzco beschränkt.
Während das Souvenirgeschäft blüht, ist die landwirtschaftliche
Produktivität auf einem Minimal-Niveau geblieben. Gründe dafür
liegen im widrigen Klima und im oft wenig ertragreichen Boden, der häufig
weitab von Verkehrswegen liegt. Etwa 50 % der Erträge konsumieren die Bauern
selbst. Die restlichen, in Kleinbetrieben erzeugten Kartoffeln, Gemüse,
Fleisch und Eier werden verkauft. Häufig wird Naturaltausch praktiziert.
Zur Verbesserung der Lage läuft das „Huantanay - Projekt“ bei
Cuzco, eines von zehn Teilvorhaben in deutsch-peruanischer Zusammenarbeit. Mit
136 bis 824 ha liegen diese im Vilcnota-Tal, einem anderen Schwerpunkt der Kooperation.
Auf dem bewässerten Boden sind inzwischen zwei Ernten pro Jahr möglich,
die 560 Familien zugute kommen. Leitung und technische Beratung besorgt die
GTZ.
Den größten Teil der Finanzierung übernahm die „deutsche
Kreditanstalt für den Wiederaufbau“.
Für die Erschließung des Kupfervorkommens Tintaya wurde die staatliche
Gesellschaft „Ematinsa“ gegründet, die jährlich 50.000
t Feinkupfer produziert.
In der Stadt Cuzco gibt es einige industrielle Unternehmen wie Textil-, Lederwaren-,
Nahrungsmittel-, Schokoladen-, Kerzen-, und Seifenfabriken sowie Brauereien,
Mühlen und Sägewerke.
Perú grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien und im Süden an Chile; die Pazifikküste bildet die Westgrenze
| Staatsform | Präsidiale Republik |
| Ethnische Aufteilung | 45% Indios, 33% Mestizen, 12% Weiße, 4% Asiaten, 1% Schwarze, Zuwachs ca. 1,71% jährlich |
| Sprachen | 68% Spanisch, 27% Quechua (beides Amtssprache), 3% Aymara, 2% sonstige |
| Religion |
90% katholisch, 10% sonstige |
| Industrien | Fischmehl, Bergbau, Leichtindustrie, Textilien |
Quelle: On Vista – Länderprofile, www.laender.onvista.de Stand 1999
Daten zu Peru im Vergleich zu Deutschland (auf der Basis des Jahres 1999)
| Peru | Deutschland | |
| Fläche | 128.000.000 km² | 34.927.000 km² |
| Einwohner | 25.230.000 | 82.100.000 |
| Bevölkerungsdichte (Einw. pro km²) | 19,71 | 235,06 |
| Bevölkerungswachstum (in % pro Jahr) | + 1,71 % | + 0,06 % |
| Bevölkerung über 65 (in % der Gesamtbevölkerung) | 4,53 % | 15,84 % |
| Stadtbevölkerung (in % der Gesamtbevölkerung) | 72,42 % | 87,30 % |
| Lebenserwartung (in Jahren) | 68,74 | 76,99 |
| Sterberate (pro 1000 Einwohner) | 6,38 | 10,30 |
| Sterberate, unter 5-jährige (pro 1000 Lebendgeburten | 48,00 | 5,00 |
| Analphabetenquote (in % der Menschen über 15) | 10,4 % |
- |
| Staatsschulden (in % des Bruttoinlandproduktes) | 50,52 % | 19,92 % |
| Langfristige Schulden (in US $) | 25.193.699.328 |
- |
| Schuldenzahlung (in Tausend US $) | 2.940.100.096 | - |
| Verbraucherpreisindex (1995 = 100) | 134,37 | 104,91 |
| Öffentliche Gesundheitsausgaben (in % des Bruttosozialproduktes) | 2,40 % | 7,90 % |
Quelle: OnVista-Länderprofile, www.laender.onvista.de