Projekte (aktuell): Frauenbetreuung, Kioske, Straßenkinderheim, abgeschlossene Projekte
Betreuung von physisch und moralisch vernachlässigten,
schwangeren und stillende Frauen und deren Kindern
CASA DE ACOGIDA MANTAY
Ziel: Soziale Betreuung ohne Gewinnorientierung
Begünstigte: Physisch und moralisch vernachlässigte schwangere und stillende Frauen und deren Kinder
Adresse: Urb. Tupac Amaru, U-17
San Sebastian
Cusco
Peru
Telefon: 0051 84 27 39 63
E-mail: mantay@terra.com.pe
Bankverbindung: Banco Santander Central Hispano (Avda. del Sol, 547- Cusco)
Nº 400- 0043642
Código SWIET: BDERPEPL
Projektverantwortliche: María Raquel García Matías
2. Überblick
Die Vereinigung QALLARIY, die ohne Gewinnorientierung arbeitet, wurde im Mai
2000 in Cusco in Peru gegründet.
(Öffentlicher Eintrag in Cusco, Eintragungsnummer 1843)
QALLARIY bedeutet ‚anfangen’ auf Quechua und ist eine Vereinigung,
die sich zum Ziel gesetzt hat, unterversorgte ländliche Regionen und Stadtrandgebiete
umfassend zu fördern.
Aufgrund von Erfahrungen in der Arbeit mit unterschiedlichsten Heimen für vernachlässigte Kinder, ist klar geworden, daß Jugendliche zu den am wenigsten geschützten Gruppen gehören. Durch die extreme Armut, das Randgruppendasein und die moralische Vernachlässigung fühlen sich diese jugendlichen Mütter dazu gezwungen, ihre Kinder aufzugeben. Dieses führt zu einem nicht wieder gut zumachenden Trauma für diese jungen Mädchen.
So hat QALLARIY als erstes Projekt MANTAY im Juli 2000 ins Leben gerufen. MANTAY
beherbergt und betreut schwangere und stillende jugendliche Mütter unter
18 Jahren, die physisch und moralisch vernachlässigt wurden. Das Heim MANTAY,
welches ‚Mutter’ auf Quechua bedeutet, befindet sich in der Provinz
Cusco.
MANTAY ist das einzige Heim in der Provinz Cusco, welches sich um diese Gruppe
der Gesellschaft kümmert. Das Ziel dieses Projektes ist, die Aussetzung
der Kinder zu vermeiden und die Lebensbedingungen der Mütter durch Werkstätten,
die ihnen zu Selbstverwaltung und Unabhängigkeit verhelfen, zu verbessern.
3. Hintergrund und Legimitation
Die Provinz Cusco befindet sich im Südosten von Peru und grenzt im Norden an die Provinzen Junin und Ucayali, im Osten an Madre de Dios, im Süden an Puno und Arequipa und im Westen an Apurimac und Ayacucho.
Die Provinz Cusco umfaßt eine Fläche von 72.104,41 km², von der ein Großteil aus ‚Sierra’ (Bergland) und der Rest aus ‚Selva’ (Dschungel) besteht. 13% der Provinz werden landwirtschaftlich genutzt und die übrigen 87% bestehen aus natürlichen Wiesen, Bergen sowie angelegten und ursprünglichen Wäldern.
Die Provinz Cusco, welche hauptsächlich als Verwaltungszentrum dient, ist gekennzeichnet durch einen Mangel an Industrie und durch eine landwirtschaftliche Selbstversorgung. Leider verfügt die Provinz über eine hohe Arbeitslosenquote, hervorgerufen durch politische, wirtschaftliche und soziale Krisen, die seit langem das gesamte Land bestimmen. Weiterhin führt die Globalisierung zu einem Verlust von sozio-kulturellen Werten. Außerdem kennzeichnen extreme Armut, das Fehlen von Plänen für eine umfassende Erziehung und Ausbildung, eine hohe Analphabetenrate, die Trennung der Familien aufgrund der Landflucht und eine chauvinistische Einstellung das Land.
Die Einwohnerzahl Cuscos, das 3300 m.ü.N.N. liegt, beträgt derzeit 300.000, sie wächst jedoch ständig an, so daß sich die Stadtrandgebiete auf die umliegenden Berge ausdehnen, die die 5 Stadtbezirke Cusco, Wanchaq, San Sebastian, San Jeronimo und Santiago umgeben. Schlechte Lebensbedingungen in diesen Stadtbezirken führen zu starken Konflikten in der Familie und im sozialen Umfeld, welche wiederum zu einem Verlust von Selbstvertrauen und Identität bei den Jugendlichen führen.
Das Heim MANTAY befindet sich in der Tupac Amaru Urbanization U-17, die im Stadtteil San Sebastian liegt. Das Heim ist eine halbe Stunde Fahrtzeit mit öffentlichem Verkehrsmitteln vom Zentrum Cuscos entfernt. Die Miete beträgt 250 US$ pro Monat für 400m² Wohnraum und für 200m² Ackerland. MANTAY kann maximal 10 Mütter mit ihren Babies beherbergen. Zur Zeit sind es 9 Mütter und 11 Babies. In den ersten eineinhalb Jahren hat MANTAY insgesamt 36 Mütter mit ihren Kindern aufgenommen.
Zunächst werden die jugendlichen Mütter, um die sich MANTAY kümmert,
von nationalen Organisationen geschickt, die später noch genauer erwähnt
werden. Dann wird ein Verfahren wegen Vernachlässigung eröffnet. Während
des Prozesses wird MANTAY vom Familiengericht die Fürsorge für diese
Mütter und deren Kinder erteilt, so daß sie daraufhin der Verantwortung
von MANTAY unterliegen.
In dieser Situation leiden die jungen Frauen sehr unter ihrer frühen Schwangerschaft,
welches umsomehr zu physischer und moralischer Vernachlässigung und sozialer
Ablehnung führt. Unter diesen Umständen entscheiden sich viele Jugendliche
zunächst, ihre Babies aufzugeben. Während der Schwangerschaft jedoch
wollen dann doch viele ihre Babies behalten, welches eine sehr traumatische
Entscheidungsphase für sie darstellt.
Das Heim MANTAY kümmert sich um vernachlässigte jugendliche Mütter
und ihre Babies auf psychologischer, gesundheitlicher und sozio-kultureller
Ebene. Alle erhalten eine entsprechende Ernährung, eine Gesundheits-, Schul-
und Berufsausbildung, eine Grunderziehung in Sexualität, Hygiene und Kindererziehung
sowie psychologischen Beistand zur Stärkung des Selbstbewußtseins.
In solchen Fällen, in denen das familiäre Umfeld in Ordnung ist, die
Familie jedoch in großer Armut lebt, bleibt die junge Mutter zuhause,
bekommt jedoch dieselbe Unterstützung, indem sie das Heim regelmäßig
besucht. MANTAY hat sich zum Ziel gesetzt, das Selbstbewußtsein und die
Unabhängigkeit aller Jugendlicher zu stärken und so die Eingliederung
in die Gesellschaft zu erreichen.
Wenn die Mutter wirtschaftliche und emotionale Unabhängigkeit erreicht
hat, kann sie sich entscheiden, das Heim mit ihrem Kind zu verlassen. Dabei
wird sie weiterhin betreut, um zu gewährleisten, daß ihre Eingliederung
in die Gesellschaft gelingt.
Glücklicherweise bekommt die QALLARIY Vereinigung Unterstützung von
unterschiedlichsten staatlichen Institutionen, wie zum Beispiel:
• PROMUDEH: Kostenfreie psychologische Unterstützung vom Notfallzentrum
für Frauen
• PRONAA: (nationales Ernährungsprogramm) 5% der monatlichen Kosten
für Nahrungsmittel werden durch vierteljährliche Zuwendungen gedeckt
• Kostenfreier rechtlicher Beistand durch das Familiengericht und zivile
Rechtsbeistände der Provinz und Familien
• Unterstützung durch das Regionale Ministerium für Erziehung
durch Erlaß von 20% der Semesterkosten der Handwerksausbildung
• PITIUSA: Internationale Kooperation, die den Aufbau einer Werkstatt
im Hause MANTAYs zur Herstellung handgemachter Schuhe unterstützt hat
• CODENI: Nationale Verwaltung für Rechte von Kindern und Jugendlichen
• MINSA: (Gesundheitsministerium) und der Gemeindeverteidiungsrat
Hauptsächlich wird MANTAY jedoch durch private Spenden von Familien und Freunden unterstützt. Diese wirtschaftliche Unsicherheit ist problematisch für die Fortsetzung des Projekts.
Dank dieser Spenden kann MANTAY gerade die Kosten für Gesundheit, Nahrungsmittel, Kleidung und Ausbildung für 15 jugendliche Mütter und 16 Kinder, von denen ein Teil im Heim und ein Teil außerhalb lebt, decken. Die Verbesserung und Weiterentwicklung des Projektes MANTAY wird den Jugendlichen zu einer besseren Integrierung, zur Ausbildung besserer handwerklicher Fähigkeiten und zu einem Leben unter würdigen Bedingungen verhelfen.
4. Globales Ziel des Projektes
Die menschliche Entwicklung von Kindern und Frauen, die physisch und moralisch
vernachlässigt werden, zu fördern. Werte, wie Solidarität, Selbstachtung,
und Werte der kulturellen Identität zu erhalten. Erziehung im sozialen,
wirtschaftlichen, gesundheitlichen und psychologischen Bereich bedeutet für
sie bessere Lebensbedingungen und zeigt ihnen, wie sie ihr Leben selbst in die
Hand nehmen können.
5. Einzelziele
a) Die menschliche Entwicklung von physisch und moralisch vernachlässigten
Kindern und Frauen, aus unterversorgten Gegenden mit extremer Armut, durch Erziehung
und Ausbildung sowie durch Schaffung eines Bewußtseins für die Wertvorstellungen
der Region und des Landens zu fördern.
Ergebnis: Frauen mit einem Bewußtsein für Freiheit und Würde,
die eigenständig die Verantwortung für ihre Situation übernehmen
und die eigene Entscheidungen zur Lösung ihrer Probleme fällen.
b) Eine handwerkliche Ausbildung, die ihnen ermöglicht, ein eigenes Einkommen
zu erzielen, um ihren Unterhalt zu bestreiten
Ergebnis: Jugendliche Mütter mit der Fähigkeit, Kunsthandwerk herzustellen.
c) Das traditionelle Kunsthandwerk aufzuwerten und zu fördern
Ergebnis: Handel und Vertrieb von Produkten des traditionellen Kunsthandwerks
Projekt Kioske
In Cuzco und näherer Umgebung gibt es insgesamt 4.000 erwachsene Blinde,
eine Zahl, die – verglichen mit hiesigen Verhältnissen – nachdenklich
stimmt.
Um für sie Arbeitsplätze zu schaffen, wurden im Stadtbereich von Cuzco
und Umgebung Kioske aufgestellt, in denen blinde Erwachsene als Verkäufer
tätig sind, die somit selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.
Die zukünftigen Inhaber werden durch ein entsprechendes Training (in der
von uns mitfinanzierten Blindenwerkstatt) auf die Aufgaben im Kiosk vorbe-reitet.
Wegen der großen Zahl der Bewerber werden die Kioske im Losver-fahren
vergeben.
Die Kioske werden in Cuzco hergestellt und tragen zur Schaffung weiterer Arbeitsplätze
bei.
Die Einweihung der bisher im Stadtbereich von Cuzco aufgestellten Kioske wurde
vom Erzbischof von Cuzco, Alcides Mendoza Castro, vorgenommen, und er empfiehlt
wärmstens, dieses Projekt zu erweitern und zu unterstützen.

Kinderheim „Q’oñi Wasicha“ in Cuzco/Perú
(Ein Projekt der Perú-Hilfe Kraichgau e.V. in 74925 Epfenbach,
unterstützt durch verschiedene Institutionen, u.a. durch die
Freundeskreise Cuzco in Köln-Porz-Ensen/Westhoven und Grettstadt)
Lokalisation und Anschrift:
Land: Perú
Provinz: Cuzco; Stadt: Cuzco
Distrikt: San Sebastian; Stadtteil: Tupac Amaru
Straße: Diego Cristobal Tupac Amaru S-21
Telefon: 0051 / 84 / 27 16 32 Fax: 0051 / 84 / 27 15 92
Email: phk@terra.com.pe
Post: Señor D. Yáñez López
Casilla 697
Cuzco / Perú
Ziele des Projektes:
Das Projekt „Q´oñi Wasicha“ ist ein Kinderheim, in
dem Jungen, die aus armen und sozial schwierigen Verhältnissen stammen,
ein neues Zuhause finden sollen. Der Name des Projektes, „Q´oñi
Wasicha“, entstammt der Indiosprache Quechua und bedeutet „Warmes
Heim, in dem man sich wohl fühlt“.
Primäres Ziel des Projektes ist, den Kindern die Erfüllung ihrer grundlegen-den
menschlichen Bedürfnisse, wie Ernährung, Unterkunft, Kleidung, Ge-sundheit,
menschliche Nähe und Anerkennung zu ermöglichen. Zusätzlich sollen
den Kindern in einem Großfamilien-ähnlichen Umfeld Entwicklungs-
und Entfaltungsmöglichkeiten geboten werden. Dazu gehören schulische
und berufliche Ausbildung ebenso wie die Erziehung zur Selbstständigkeit.
Zur Situation der Kinder und Jugendlichen in Cuzco/Perú:
Cuzco ist eine Stadt in den Anden; sie liegt ca. 3.380 Meter hoch und hat ungefähr 300.000 Einwohner. Darunter gibt es eine nicht genau bekannte Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die zwar theoretisch die Möglichkeit der Schulbildung haben, jedoch durch die große Armut der Familien gezwun-gen werden, schwerste Arbeiten für geringen Lohn zu verrichten. Nur so ist es ihnen möglich zu überleben. Sie putzen Schuhe, verkaufen Süßigkeiten, tra-gen schwere Lasten, waschen Autos oder bieten ihre Dienste als kleine Ver-brecher an. Am Ende des Tages suchen sie sich, oft unter freiem Himmel, einen Ort zum Schlafen. Ein richtiges Zuhause haben die wenigsten von ih-nen. Von ansteckenden oder ernährungsbedingten Krankheiten sind diese Kinder stärker bedroht als andere. Viele von ihnen sind dem Alkohol und den Drogen verfallen oder in die Prostitution verstrickt.
Ein Schicksal vieler peruanischer Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen ist es, als Hausmädchen bei bessersituierten Familien untergebracht zu werden. Beschränkt sich die Arbeit dieser sog. "Mucamas" jedoch wirklich nur auf den Haushalt oder werden die Dienstmädchen von ihren Hausherren auch noch zu dem einen oder anderen "Liebesdienst" genötigt? In Perú ist der sexuelle Missbrauch von Hausmädchen eine Realität; eine soziale Ungerech-tigkeit hinter verschlossenen Türen, die viele peruanische Mädchen tagtäglich am eigenen Leib erfahren müssen. Nach offiziellen Schätzungen leben im Bezirk Cuzco ca. 5.000 Kinder in einer solchen Situation.
Um die Innenstadt von Cuzco „sauber“ zu halten und den Touristen einen weitestgehend unbeschwerten Aufenthalt zu ermöglichen, wurde eigens eine "Touristenpolizei" ins Leben gerufen. Diese hat u.a. zur Aufgabe, vermehrt auch Straßenkinder aufzugreifen und in ein meist hoffnungslos überfülltes Polizeiheim einzuliefern. Dort bleiben die Kinder aber in der Regel nicht lange. Wenn sie nicht in ein örtliches Kinderheim vermittelbar sind, da dort z.B. kein Platz mehr vorhanden ist oder die Kinder als „zu problematisch“ erscheinen, werden sie wieder auf die Straße entlassen. Somit schließt sich der Teufelskreis dieser Kinder; sie bleiben sich selbst und ihrem Schicksal überlassen.
Unzählige Kinder leiden unter Hunger, Seuchen und mangelnder Fürsorge. Diese Kinder können sich nicht selbst helfen. Zum Überleben und für eine hoffnungsvollere Zukunft brauchen sie unsere Hilfe.
Zielgruppe:
In das Projekt “Q´oñi Wasicha“ können derzeit
aus räumlichen Gründen ausschließlich Jungen im Alter von 4
– 18 Jahren aufgenommen werden; die Aufnahme von Mädchen ist nicht
möglich.
Überwiegend werden in das Projekt sogenannte "Straßenkinder"
integriert. D.h., die Kinder leben aufgrund ihrer desolaten Familienverhältnisse
seit längerer Zeit auf und von der Straße. Bei diesen Kindern handelt
es sich teils um Waisen, teils um Kinder, bei denen noch eine (Teil-)Familie
vorhanden ist. Die sozialen Verhältnisse in diesen Familien (Armut, Misshandlungen,
sexueller Missbrauch, Alkoholismus etc.) bieten den Kindern aber keine er-träglichen
Lebensbedingungen, so dass sie aus ihrer Not heraus ein Leben auf der Straße
wählen. Soweit möglich, wird versucht, Kinder aus solchen prob-lematischen
Familienverhältnissen in das Heim zu integrieren, bevor sie auf der Straße
verbleiben.
Aufnahme der Kinder in das Projekt:
Die Aufnahme in das Projekt “Q´oñi Wasicha“ erfolgt
in Absprache mit dem Kinder- und Jugendgericht der Stadt Cuzco. Das Gericht
klärt durch Ermitt-lung der familiären Verhältnisse des Kindes,
ob eine Aufnahme in ein Heim angebracht ist. Wenn der Aufnahme im Heim zugestimmt
wird, überträgt das Gericht dem Projektleiter meist die vollständige
Erziehungsberechtigung.
Die Kinder werden dann bis zu ihrer Volljährigkeit (und teilweise darüber
hinaus) durch das Projekt betreut.
Die Kinder:
Zum besseren Verständnis für die Situation dieser Kinder möchten wir im Folgenden zwei dieser Kinder kurz vorstellen und aus deren persönlicher Vorgeschichte berichten:
José Luis:
José Luis ist heute ca. 15 Jahre alt; sein genaues Geburtsdatum ist nicht
be-kannt, da von ihm keine Geburtsurkunde existiert. Ein Amtsarzt schätzte
sein Alter. Das Aufnahmedatum im Kinderheim "Q´oñi Wasicha"
wurde als sein Geburtstag festgelegt.
José Luis lebte wahrscheinlich von Geburt an, gemeinsam mit seiner Mutter,
auf der Straße. Die Mutter, Alkoholikerin, verprügelte ihn häufig
und schickte ihn zum Betteln durch die Straßen von Cuzco. José
Luis wurde hierbei des öfteren von der Polizei aufgegriffen und in ein
Polizeiheim verbracht; dann aber wieder laufen gelassen, da die Behörden
keine Unterbringungsmöglich-keit für ihn fanden. José Luis
wurde am 5. Mai 1994 von der Jugendrichterin der Stadt Cuzco, nach erneuter
Verhaftung durch die Polizei, in das Kinder-heim “Q´oñi Wasicha“
überbracht. Aus den Akten der Richterin geht hervor, dass die Mutter versucht
haben soll, José Luis mit einem Stock zu erschlagen; dies führte
zum Entzug des Sorgerechtes.
Zu Beginn stellte sich der Aufenthalt von José Luis in unserem Kinderheim
als sehr schwierig dar. Aufgrund extremer Unterernährung und schlechter
körperlicher Verfassung verlief der Heilungsprozeß seiner vielzähligen
Wun-den äußerst langsam. Trotz allem vermisste er seine Mutter und
auch das Leben auf der Straße. Heute ist José Luis ein aufgeweckter
und vergnügter Junge, der sich im Kinderheim sehr wohl fühlt.
Leiter:
Leiters geschätztes Alter beläuft sich auf 10 Jahre. Mit 4 Jahren
wurde er in einer Krankenhaustoilette aufgefunden. Wie er dorthin gelangte,
ist nicht bekannt. Bis zum heutigen Tag konnten weder die Eltern noch Verwandte
von Leiter ausfindig gemacht werden.
Nachdem Leiter für einige Zeit in einem Polizeiheim untergebracht worden
war, sorgte eine Richterin dafür, dass er im Kinderheim aufgenommen wer-den
konnte. Die erste Zeit im Heim war für Leiter sehr problematisch. Er weinte
viel und vermisste seine Mutter sehr. Heute hat sich Leiter im Projekt eingelebt;
es ist zu seinem neuen „Zuhause“ geworden. In der Schule besucht
Leiter die 5. Klasse der Primarstufe.

Heimkinder nahmen erfolgreich an einem Musikwettbewerb in einem Krankenhaus
teil. Der Siegespreis bestand in einer kostenlosen Zahnbehandlung.

Schon die Kleinen lieben die Musik.
Wohnen:

Adobegebäude, inzwischen erweitert und renoviert

Neubau, fertiggestellt im Oktober 2000
Schule / Berufsausbildung:
Alle Kinder (ab 6 Jahren) und Jugendlichen des Projektes besuchen entweder staatl.
Schulen, oder sie erlernen einen von mehreren möglichen Berufen an einer
ortsansässigen Berufsschule (SENATI).
Anmerkungen zum peruanischen Schulsystem:
In Perú muss jedes Kind 11 Schuljahre absolvieren, um anschließend
die Möglichkeit für eine Berufsausbildung oder ein Studium zu erhalten.
In der Regel beginnt man die Schulzeit mit 6 Jahren und hat sie im Alter von
17 Jahren beendet. Die sogenannte Primarstufe umfasst 6 Schuljahre, die Sekun-darstufe
5 Schuljahre.
Mit 17 Jahren muss sich jeder junge Mann für ein Jahr zum Militärdienst
verpflichten; hier ist es den Behörden gleichgültig, ob er seine schulische
Ausbildung abgeschlossen hat oder nicht (Frauen haben die Möglichkeit sich
freiwillig zum Militärdienst zu melden). Junge Männer, die ihre Schulzeit
noch nicht abgeschlossen haben, werden automatisch zu zwei Jahren Militär-dienst
verpflichtet. Nach Ableistung der Militärzeit besteht zwar theoretisch
die Möglichkeit, die noch fehlende schulische Ausbildung nachzuholen, dies
wird jedoch nur selten in Anspruch genommen.
Mitarbeiter im Projekt:
• Projektleiter: David Yáñez López; er wohnt mit
seiner Frau Angela und der Tochter Carmen Rosa im Kinderheim; er ist verantwortlich
für alle Belange des Gesamtprojektes: Organisation, Verwaltung, Behörden,
Ab-rechnung, Personal, Renovierungs- und Baumaßnahmen und natürlich
für die Belange der Kinder.
• Pädagogischer Mitarbeiter: Ever Velasco Espinoza; er ist insbesondere
für die Belange der Kinder zuständig; er ist Ansprechpartner; er organi-siert
Freizeit- und Beschäftigungsmaßnahmen, führt sie durch und erteilt
schulische Nachhilfe und Musikunterricht.
• Köchin: Ignacia Olarte Huamán; sie ist an 6 Tagen in der
Woche insbe-sondere für die Zubereitung von Frühstück und Mittagessen
zuständig, bereitet Abendessen vor, erledigt Einkäufe, Abwasch usw.
und leitet auch die Kinder zur Mithilfe bei diesen Tätigkeiten an.
• Junge Deutsche als Zivildienstleistende oder Dienstleistende im „An-deren
Dienst im Ausland“, die einen 12-monatigen Dienst im Projekt ab-leisten
können.
• Ehrenamtliche deutsche Mitarbeiter/innen, die für eine begrenzte
Zeit im Projekt wohnen und dort mitarbeiten.
Wie wird das Projekt finanziert ?
Das Projekt wird durch die beim Verein „Perú-Hilfe-Kraichgau e.V. 1991“ eingehenden Spenden, sowie durch den Erlös von Veranstaltungen finanziert.
Des weiteren wird das Projekt von folgenden Gruppen / Stiftungen / Organi-sationen
/ Institutionen finanziell unterstützt:
• Freundeskreis Cuzco / Köln
• Freundeskreis Cuzco / Grettstadt
• Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
• Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand u. Technologie / Baden-Württemberg
• Komitee Ärzte für die Dritte Welt / Frankfurt
• Richard Emondts-Stiftung / Heidelberg
• Internationale Kinder- u. Jugendhilfe Wasserburg e.V.
Zur Zeit finanziert der Freundeskreis Cuzco Köln u.a. im Kinderheim „Q’oñi Wasicha“ die Gehälter des peruanischen Fachpersonals und das Schulgeld für die Kinder, um ihnen eine adäquate schulische Ausbildung zu vermitteln, damit sie im späteren Leben bestehen können. In der Vergangenheit wurden von uns auch Beiträge zum Bau des neuen Wohnheims geleistet.
Die Perú-Hilfe Kraichgau und der Freundeskreis Cuzco / Köln unterhalten
ständige Kontakte mit dem Projektleiter in Perú. Sämtliche
Gelder werden zentral von der Perú-Hilfe Kraichgau direkt an das Projekt
überwiesen.
Auch bei der Perú-Hilfe Kraichgau sind Vorstand und Mitglieder ausnahms-los
ehrenamtlich tätig.
Sie können also sicher sein, dass Ihre Spende in vollem Umfang und direkt
dem Projekt „Kinderheim Q'oñi Wasicha“ zugewendet wird.
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