Peru-Reise Mai 2005: Reiseinformationen, Städteinformationen, Peruinformation

Komm, wir machen eine Reise...

Alle Mitglieder und Förderer des Freundeskreises Cuzco sowie alle Gemeindemitglieder, die sich für unsere Aktivitäten interessieren, laden wir hiermit herzlich zu einer Perú-Reise im Mai 2005 ein.

Sie möchten vor Ort sehen, was wir mit Ihren Spendengeldern erreicht haben?

Wir zeigen es Ihnen!

Lernen Sie mit uns das Land, die Leute und die einzelnen Projekte kennen!

Wie das geht?

Sprechen Sie uns an!

Tourplanung:
Freundeskreis Cuzco in der Pfarrgemeinde St. Laurentius Köln-Porz-Ensen/Westhoven
Veranstalter:
Wendy-Pampa-Tours Ute Wendel, Güttinger Strasse 19,  78315 Radolfzell am Bodensee


Reiseprogramm:

(Stand: 24.06.2004)
Fr, 6.5. Flug:  Köln-Amsterdam ( KL 1804, 07.00 – 08.05 Uhr )  
Flug: Amsterdam – Lima ( KL 0741, 11.00 – 18.45 Uhr)   
Empfang am Flughafen Lima, Transfer zum Hotel *** in
Lima Miraflores; 2x Übernachtung/Frühstück
Sa, 7.5. Vormittags: Stadtbesichtigung koloniales Lima mit Stadtteilen Rimaq und Künstlerviertel Barranco am Pazifik.  Mittagessen im Frauenkloster L’eau vive im Zentrum. Nachmittags: Besuch des Goldmuseums. Abendessen über den Klippen im Künstlerviertel Barranco am Pazifik.
So, 8.5. Lima – Nationalreservat Paracas – Nazca – Arequipa
(private Reise mit deutschsprachiger Reiseleitung von Lima nach Arequipa)
10.00 Uhr Fahrt vom Hotel in Lima/Miraflores auf der Panamericana Richtung Süden bis Paracas. Unterwegs Besuch der ehemaligen Inkafestung Pachacámac. Mittagessen (menú del día) am Kakteengarten. Weiterreise nach Chincha Alta. Unterbringung in der ehemaligen Hacienda. Nachmittags Besichtigung der archäologischen Stätte Tambo Colorado.
1x ÜN/FR Hacienda **** in Chincha Alta
(Baumwoll-Hacienda aus dem 17. Jh. Mit wunderschönem Garten und Pool)
Mo, 9.5. Vormittags: Bootsfahrt zu den Ballestas-Inseln („Klein Galápagos“). Kleiner Mittagessenstopp in Paracas (Essen nicht inclusiv). Anschließend Besichtigung der Pisco-Destillerie Tacama und und kleiner Spaziergang entlang der Laguna Huacachina. Weiterreise auf der Panamericana nach Nazca. Unterwegs Stopp am Museum über Maria Reiche in Valle Ingenio und am Aussichtsturm, von dem sich ein erster Blick auf die astronomischen Bilder der Pampa de Nazca bietet. Unterbringung im Hotel in Nazca.
1x ÜN/FR Hotel **** in Nazca
Di, 10.5. Vormittags Besuch des einzigartigen Friedhofes der Nazca – Kultur Chauchilla. Anschließend Privatfahrt von Nazca nach Arequipa ( 10-12 Std. Fahrtdauer ) mit Stopps nach Wunsch. Abends Unterbringung im Hotel in Arequipa.
2x ÜN/FR Hotel *** in Arequipa
Mi, 11.5. Vormittags: Stadtbesichtigung Arequipa mit Kloster Santa Catalina. Nachmittag zur freien Verfügung.
Do, 12.5. Transfer vom Hotel zum Flughafen Arequipa.
Flug Arequipa – Cuzco (vormittags).
Empfang am Flughafen Cuzco, Transfer zur Pension.
6x ÜN/FR Pension *** in Cuzco
Fr, 13.5. bis Di, 17.5.
Cusco und Umgebung. Projektbesichtigungen und Begegnungen, Urubambatal, Machu Picchu in Eigenregie
So, 15.5. (Pfingstsonntag) Pfingsten in Cusco
Mi, 18.5. Privatfahrt im Kleinbus von der Pension in Cuzco über die Anden zum Hotel nach  Ayachucho. (Fahrt mit englisch-/spanischsprachigem Fahrer)
2x ÜN/FR im Hotel *** in Ayacucho
Do, 19.5. Vormittags: Stadtbesichtigung koloniales Ayacucho. Besuch der Klosterkirche Santa Teresa, einer der 24 Kolonialkirchen. Ayacucho hat insgesamt 56 Kirchen. Rundgang durch Ayacucho mit Plaza und Museo Cervantes. Fahrt zum Aus-sichtspunkt, von dem sich ein einmaliger Blick auf Ayacucho bietet
Nachmittags: Ausflug in die Sierra-Landschaft um Ayacucho mit Kakteen, Agaven, Quinua- und Kartoffelfeldern zur Pampa de Quinua. Hier fand 1824 der letzte Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier statt. Das Denkmal ist zur Pilgerstätte der Peruaner für Familienausflüge geworden – gigantischer Ausblick auf das gesamte Andental. Auf dem Weg nach Quinua liegt die archäologische Stätte der Wari-Kultur aus der Zeit von 10.000 vor Christus.
Fr, 20.5. Privatfahrt im Kleinbus vom Hotel in Ayacucho durch die bizarre Bergwelt des Anden-Hochlandes mit Lagunen, Pampagras und Lama-Herden  nach Huancave-lica (ca. 3.800 m ü.M.). Unterwegs Fotostopps nach Belieben. Nachmittags An-kunft in Huancavelia.  (Fahrt mit englisch-/spanischsprachigem Fahrer)
Unterwegs bietet sich so gut wie keine Möglichkeit für einen vernünftigen Mittagessenstopp (ohne Dünnpfiffgefahr). Für diesen Tag besser Müsliriegel und wie immer Wasser mitnehmen.
1x ÜN/FR im Hotel ** in Huancavelica
Sa, 21.5. 05.00 Uhr Frühstück. Transfer zum Bahnhof. 06.00 Uhr Abfahrt mit dem original peruanischen „Tren Macho“, dem „gelb-roten“ von Huancavelica nach Huancayo. Die originelle Fahrt mit Einheimischen führt durch traumhafte Anden-Landschaft. Unterwegs verkaufen Frauen gekochte Kartoffeln und selbstge-machten Käse. Im Zug gibt es Caldo de Gallina (Hühnersuppe), Mate de Coca und warmen Maca-Saft zur Stärkung auf der Höhe. Die offizielle Ankunftszeit des Zuges ist um 11.30 Uhr. Definition „Tren Macho“: Porque sale cuando quiere y llega cuando puede (weil er fährt, wann er will und ankommt, wann er kann). Die Strecke ist aber sehr gut in Schuß, die Fahrt ein echtes Highlight der Reise!
Empfang am Bahnhof Huancayo, Transfer zum Hotel.    
Nachmittags: Besuch der Silberschmiede in San Jeronimo (günstige Einkaufsmöglichkeiten) und Besichtigung des Franziskanerklosters Ocopa. Abendessen bei Alicia im Restaurant Oxapampa                               
2x ÜN/FR Hotel *** in Huancayo
So, 22.5. Besuch eines einheimischen Webkünstlers. Anschließend  Marktbesuch (Sumac Huanca). Webarbeiten und sonstiges Kunsthandwerk. Huancayo ist die Handelsstadt Perus.
Mo, 23.5. Fahrt im privaten Kleinbus vom Hotel in Huancayo durch wunderschöne Anden-Landschaften entlang reicher Kupfer-, Blei und Zinkminen. Die Straße schlängelt sich über den Ticlio-Pass (4818m ü.M.) entlang der höchstgelegenen Eisenbahnstrecke der Welt hinunter in die Küstenwüste zum Pazifik nach Lima (Fahrt mit englisch-/spanischsprachigem Fahrer). Unterbringung im Hotel in Lima.
2x ÜN/FR Hotel *** in Lima-Miraflores
Di, 24.5. Tag in Lima zur freien Verfügung (evtl. Besuch des Künstlers Raoul Castro Rios)
Mi, 25.5.
Letzter Tag in Lima, nachmittags Transfer zum Flughafen Lima
Flug: Lima – Amsterdam ( KL 0742, 20.25 – Do, 26.5., 17.45 Uhr )
Do, 26.5.
Flug: Amsterdam – Köln ( KL 1813, 19.40 – 20.45 Uhr)
Fronleichnam (anschließend langes Wochenende zur Umstellung)

Reisekosten:
€ 2.453,-- (im Doppelzimmer, ab 10 Reise-Teilnehmern)
Einzelzimmerzuschlag € 195,--

Reiseveranstalter: Wendy-Pampa-Tours, Radolfzell
Ansprechpartner: für den Freundeskreis Cuzco
Ralf Kleberhoff
Siegfried Löffler


(rosa markiert: Reiseroute)

Broschüre zur Reise, Programm

Informationen zu den Städten der Reiseroute 2005

 (entnommen aus den Perureiseführern von „Reise Know-How“ und  Mai’s  Weltführer 6)

Lima

Die Haupt- und größte Stadt der Republik Peru und des des gleichnamigen Departamento, liegt 12 Grad südlich des Äquators, 150 m über dem Meeresspiegel und bedeckt eine Fläche von über 70 qkm. Die Stadt liegt in einer Oase der Küstenwüste am Rio Rimac, etwa 10 km vom Pazifik entfernt  
Der Moloch Lima zählt heute mit Vororten und der Hafenstadt Callao etwa 8 – 10 Millionen Einwohner, ganz genau weiß das niemand. Lima wächst ständig und frisst sich, durchs Meer begrenzt, die ausgetrockneten Sandhügel der küstenwüste hinauf. Täglich kommen mit überladenen Überlandbussen viele Indigena nach Lima, die in der Flucht vor Armut und Arbeitslosigkeit ihre andinen Hochtäler verlassen und diesem Stadtmoloch ihre einzige Überlebenschance sehen. Sie tauchen unter in den zahllosen trostlosen Elendsvierteln aus Wellblechhütten am Stadtrand, den „Barriadas“, beschönigend „Pueblos Jòvenes“ genannt, die Lima ringförmig umschließen und sich ohne Struktur und Wasserversorgung weit in die Wüste hineinziehen. Landbesetzungen in den Barriadas sind an der Tagesordnung, und obwohl illegal, werden sie von der Regierung toleriert.
Die Indigena sind in den Barriadas nicht nur miserablen Wohnverhältnissen, fehlender medizinischer Versorgung und Unterernährung ausgesetzt, sondern auch dauernder Armut und Arbeitslosigkeit.
Lima ist das Wichtigste Industrie- und Handelszentrum des Landes, Sitz des Erzbischofs und mehrer Universitäten. Mit der Carretera Panamericana, die von Nord nach Süd ganz Lima durchzieht und der Carretera Central, die hier beginnt und Lima über das Andengebirge hinweg mit Pucallpa und dem Urwald verbindet, ist die Stadt auch wichtigster Verkehrsknotenpunkt Perus. Von April bis November liegt Lima unter dem Garùa, ein dichter Nebelschleier. Nur von Dezember bis März, (also in den Sommermonaten) scheint die warme sonne mit Durchschnittswerten um 25 ˚ C vom blauen Himmel, locken die Badeorte, die Balinearios, zu einem Sprung in den Pazifischen Ozean.



Pisco

Pisco ( 243 km von Lima ) ist, bis auf die Sommermonate ( Jan. – März ), ein durchaus ruhiges Städtchen ( 90.000 Einwohner ) mit einem bedeutenden Hafen. Der Name lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen, er steht für den Traubenschnaps Pisco, Hauptbestandteil des Pisco Sour, der peruanische Nationaldrink. Ob der Pisco Sour wohl General San Martín ebenso schmeckte, der am 8. September 1820 in der Paracas – Bucht landete und hier einige Zeit sein Hauptquartier hatte?
Im Zentrum des kolonialen Pisco stehen eine weiße Kathedrale, ein schwarzes San – Martín – Denkmal und ein buntes Rathaus, hinter dem eine gelbe Kirche hervorlugt. Auf einem Friedhof in Pisco hat übrigens eine Dame ihre letzte Ruhrstätte gefunden, die eine Geliebte des berüchtigten  transsilvanischen Grafen Dracula gewesen sein soll. Über ihren Tod kursieren verschiedene Versionen. Jedenfalls starb jene Sarah Helen Roberts 1913 in Großbritannien, und der Witwer reiste mit ihren Überresten um die Welt, bis er in Pisco einen Friedhof fand, wo man Vorleben der Toten keinen Anstoß nahm und gegen ein stattliches Sümmchen die Beisetzung gestattete.
Heute ist Pisco neben einer aufstrebenden Hafenstadt mit einem kolonialen Viertel das Wochenendziel der Wohlhabenden aus Lima.
Pisco lebt von Baumwollanbau und Fischerei ( Konserven, Fischmehl )

Paracas

Die etwa 15 km lange und bis zu 10 km breite Halbinsel Paracas liegt knapp 30 km südwestlich von Pisco. 1975 wurden das wüstenhafte Gebiet und die es umgebenden Küstengewässer unter Naturschutz gestellt. Während der vorspanischen Paracas – Kultur diente die Halbinsel als Begräbnisort. Der peruanische Archäologe Julio C. Tello fand dort 1927 in Bodenhöllen ( Schachtgräbern ) etwa 500 in kostbare Stoffe gehüllte Mumien, die das trockene Klima konserviert hatte. Ein kleines Museum präsentiert einige Fund, darunter Textilien und Keramik. Darüber hinaus werden außer nachgebildeten Grabstätten auch echte Mumien gezeigt. Etwa hundert Meter hinter dem Museum wurden in den 80er Jahren leere Schachtgräber freigelegt, die man sich anschauen kann, wenn der Wind sie nicht inzwischen wieder zugeweht hat. In diesem unwirtlichen Gebiet, das eher einer Mondlandschaft gleicht, wachsen kaum Pflanzen. Die Küste dagegen bietet eine reiche Fauna: Zwischen Mai und Oktober verbringen dort rosa Flamingos, die von den Seen der Hochanden herunterkommen, den Winter. Außerdem ist der Küstenbereich der Halbinsel das ganze Jahr über Lebensraum von Seevögeln, Schildkröten und verschiedenen Arten von Seelöwen, die man von Aussichttürmen in aller Ruhe beobachten kann.
Ein archäologisch berühmtes Gebilde ist der sogenannte Kandelaber, eine riesige in Sand gescharrte Darstellung, die wohl über 2.000 Jahre Wind und Wetter standgehalten hat und deren eigentliche Bedeutung bisher noch nicht geklärt werden konnte.

Ballestas-Archipel

Der der Halbinsel vorgelagerte Ballestas – Archipel gehört zum erwähnten Naturschutzgebiet. Diese „Guano – Inseln“ sind die eigentliche touristische Attraktion von Paracas. Besucher können mit Motorbooten hinausfahren, um die auf den Felseilanden nistenden Kormorane, Tölpel, Pelikane, Inkaseeschwalben, Inkamöwen, Austernfischer und anderen Vögel sowie die sich dort in der Sonne aalenden Seelöwen, Pelzrobben, Seehunde, Pinguine und weiteren Flossentiere zu bewundern.

Ica

Die Hauptstadt des Departamento Ica liegt auf 400 m Höhe, von hier sind es 140 km nach Nasca und 310 km nach Lima. Viele der 160.000 Einwohner arbeiten in der Weinproduktion. Ica bzw. seine Umgebung ist Perus Hauptanbaugebiet von Weinen und afrikanischen Dattelpalmen. Die Reben ( Muskateller ) wurden einst von den Spaniern eingeführt. In der Wüstenoase gedeihen im trockenen Klima prächtige Tropfen. In den verschiedenen Bodegas ( Weinkellereien ), wie z.B. der Bodega El Carmen, Bodega Tacama ( die älteste Icas ), Bodega Vista Alegre oder die Bodega Alvarez, die 1995 die Goldmedaille für den besten Pisco in Peru gewonnen hat, können Weine probiert werden. Aus Muskateller – Trauben wird auch der berühmte Pisco gebrannt und eisgekühlt als Pisco Sour getrunken.

Nazca

Die Panamericana Sur erreicht bei Kilometer 444 Nasca. Die Stadt ( 35.000 Einwohner ) liegt in einem fruchtbaren Tal mit sehr angenehmem Klima in 620 m Höhe, denn die Nebel vom Pazifik gelangen nicht bis hierher. Die Sonne scheint das ganze Jahr über, während die Nächte frisch sind.                           
Nasca gab der vorspanischen Kultur, die hier ihren Mittelpunkt hatte, den Namen. Im Rathaus sind einige Funde jener Epoche zu sehen. Die Gegend ist reich an Ruinen und Resten präkolumbischer Friedhöfe
Nasca ist Ausgangsort zu einem der frühgeschichtlich interessantesten Punkte der Welt, zu den Nasca – Geoglyphen die inzwischen von der UNESCO als Weltkulturgut ( Erbe der Menschheit ) bestimmt wurden. Auf weiten kahlen Flächen ( aus Richtung Lima kommend vor Nasca ) zeichnen sich eigenartige Linien im Sand ab, die von der Deutschen Maria Reiche seit den 40er Jahren erforscht werden. Die zum Teil gigantischen Linien ( durchschnittlich 500 – 2.000 m lang ) und Tierdarstellungen ( zwischen 40 und 300 m), besonders gut vom Flugzeug aus zu erkennen, haben Astronomen – Priestern einst anscheinend zur Berechnung der Jahreszeiten und zum Kult an den vergötterten Gestirnen gedient. Im Laufe der Jahre wurden vom Flugzeug aus in bisher wenig erforschten Regionen immer „Neue“ Bodenzeichnungen gesichtet und fotografiert. Sie stellen Tiere, Pflanzen und Menschen dar und weisen in Reliefdarstellungen auch Farbabstufungen in Braun und Grau auf.
In der Nähe von Nasca gibt es außerdem mehrere kliometerlange, zum Teil sehr hohe unterirdische Stollen mit Wasserkanälen ( Aquädukte ), in die man über 5 bis 20 m tiefe Einstiege ( z.B. bei Cantalloc ) runtersteigen kann. Das Wasser fließt von den Anden herab und wird u.a. zur Bewässerung von Baumwollplantagen benutzt.
 

Arequipa

Arequipa liegt zu Füßen des meist schneebedeckten Vulkans Misti ( 5.849 m ) in einem landwirtschaftlich genutzten Hochtal auf 2.335 m Höhe. Zwei weitere Vulkane vervollständigen die gewaltige Szenerie: der Chachani ( 6.075 m ) und der Pichu Pichu ( 5.660 m ). Nicht verwunderlich, dass hier die Erde oft bebt. Große Erdbeben – zuletzt 1958, 1960 und 2001 – haben der Stadt erheblichen Schaden zugefügt. Das Klima dagegen gilt als sehr angenehm, eine Oase in wüstenhafter Umgebung, 70 km vom Pazifik entfernt, hat das ganze Jahr über ein gleichmäßiges und extrem trockenes Klima. Es heißt, an 360 Tagen des Jahres scheine die Sonne. Die beste Reisezeit liegt zwischen April und September. Die Temperaturen steigen kaum über 25˚ C und sinken nicht unter 10˚ C. Von Dezember bis März kann es zu Niederschlägen kommen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Jahr wird mit 106 mm angegeben.
Die Stadt am Río Chili wurde am 15. August 1540 von Garcí Manuel de Carbajal  gegründet. Gold- und Silberminen brachten einen Reichtum, der sich noch heute in einer Vielzahl prächtiger einstöckiger Bauten in andalusischen Stil widerspiegelt. Viele Privathäuser und Kirchen wurden aus einem Kreidestein vulkanischen Ursprunges, dem Sillar ( Tuff ) errichtet. Ihm verdankt Arequipa den Beinamen „die weiße Stadt“. Heute ist Arequipa, Hauptstadt des Gleichnamigen Departamento, mit rund 621.000 Einwohnern die zeitgrößte Stadt Perus ( nach Lima und Callao ) und das wichtigste Handelszentrum von Südperu. Es gibt bedeutende Industrien wie eisen-, Woll- und Lederverarbeitung, Herstellung von Textilien, Süßwaren, Milchprodukten, Seife, Bier usw., die, durch Steuererleichterungen begünstigt, weiter anwachsen. Arequipa ist Sitz eines Erzbischofs und Standort zweier Universitäten. Die Stadt hat aber trotz ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung nie große Geschichte gemacht, doch gaben Arequipenos dem Land viele Impulse.   


Cusco

Die in 3.400 m Höhe gelegene Hauptstadt des gleichnamigen Departamento ist nicht nur die schönste und abwechslungsreichste Stadt Perus, sondern auch, aufgrund ihrer historischen Bedeutung, wohl die interessanteste Stadt ganz Südamerikas (offizielle Schreibweise: Qosqo = Zentrum). Einst die Hauptstadt und das Herz des Inka-Imperiums war Cusco der „Nabel der Welt“ und mindestens so mächtig und wohl auch reicher als das alte Rom. Von hier dehnte sich das Herrschaftsgebiet der Inkas, Tawantinsuyu oder „Reich der vier Himmelsrichtungen“ bis Ecuador und Chile aus. Den Grundriß ihrer Hauptstadt verglichen die Inkas mit dem Körper eines Pumas. Der langgezogene Teil der Unterstadt nannten sie Pumachupan, „Schwanz des Pumas“. Die Festungsanlage Saqsaywamán oberhalb der Stadt „Kopf des Pumas“. Die königlichen Paläste der Stadt waren zu dieser Zeit mit getriebenem Gold verkleidet. Die goldhungrigen Spanier unter der Führung des ehemaligen Schweinehirts Pizarro eroberten Cusco am 15.11.1533
Im Versuch der Rückeroberung ihrer Hauptstadt wurde Cusco von den Inkas unter Manco Inca 1536 belagert, was teilweise nur bei der Festungsanlage Saqsaywamán gelang. Aus allen Himmelsrichtungen des Reiches marschierten die loyalen Inca – Führer mit nahezu 200.000 Kriegern gegen Cusco an. Nur durch unglaubliches Glück überlebten die Spanier diese inkaische Großoffensive. Die Stadt war nun in vielen Teilen zerstört. Manco Inca begann in Vilcabamba ein neues Inkareich. Nachfolgend bauten die Spanier Cusco nach ihren Vorstellungen um und wieder auf, meist auf Ruinen der alten Grundmauern und Tempelanlagen.
1650 wurden die meisten kolonialspanischen Bauten durch ein Erdbeben zerstört. Die erdbebensicheren Grundmauern der Inka – Bauten blieben erhalten.
Die wechselvolle Geschichte Cuscos hat ein reizvolles Stadtbild von Inkamauern und Kolonialbauten hinterlassen. Seit 1692 hat Cusco eine Universität und sie ist heute Sitz eines Erzbistums. Durch das letzte Erdbeben, das im Frühjahr 1986 die Stadt erschütterte wurden viele nicht erdbebensichere Gebäude in Mitleidenschaft gezogen. An irgendeiner Ecke ist immer eine Baustelle. Die Einwohnerzahl hat sich von 1975 bis heute verdreifacht. Die Stadt zählt heute ca. 350.000 Einwohner.


Machupicchu

Der Reisende sollte Cusco nicht verlassen ohne Machupicchu besucht zu haben, diesen „einzigartigen Zusammenklang von Natur und Kultur“. Machupicchu bedeutet „alter Gipfel“. In schon tropischer Vegetation liegt eine verlassene Stadt auf einem Berg, dessen Kuppe abgetragen und abgeflacht wurde (2,450 m ü.d.M., 400 m über dem Rio Urubamba) und der von dem steil aufragenden Huayna Picchu (2.700 m), dem „jungen Gipfel“, überragt wird. Die Spanier entdeckten Machupicchu nicht. Es bietet sich daher unzerstört dar, nur die Holz- und Schildfächer sind vermodert.
Erst 1911 fand der Amerikaner Hiram Bingham bei der Suche nach Vilcabamba, „der letzten Zufluchtstätte der Inka“, mit Hilfe von Indios die verlassene Ansiedlung, überwuchert von tropischem Gestrüpp. Nach ihrer Freilegung erlebte der forscher bei den Ausgrabungen von Skeletten eine Überraschung. Die menschlichen Knochenfunde stammten fast ausschließlich von Frauen und Kindern. Daher glaubte man, die Stadt stelle einen Hort der Sonnenjungfrauen dar. Andere Wissenschaftler meinten dagegen, Macchupicchu sei ein rein esoterischer Ort gewesen, den Göttern für die Ewigkeit geweiht, ein Ort der Besinnung, Läuterung und Vorbereitung, abseits jeglicher Zivilisation, nur verbunden mit der Natur, der Mutter Erde, der Sonne und dem Wasser. Vielleicht aber handelt es sich um die sagenhafte Stadt, in die man nur mit verbundenen Augen geführt wurde, um ihren Standort nicht verraten zu können.
Über die Bedeutung von Machupicchu wurde und wird bis heute gerätselt. Immer wieder hat man sich gefragt, warum von den vermuteten Goldschätzen jener Stadt nichts gefunden und wann Machupicchu verlassen wurde. Im Jahre 1987 ergaben dann Untersuchungen nach der Radiokarbon – Methode, dass Machupicchu erst um das Jahr 1450 erbaut worden ist, also zur Zeit des Inka – Herrschers Pachacutec, der sich besonders für die Ausweitung des Reiches einsetzte. Folglich halten nun manche Wissenschaftler die Bergstadt für einen Vorposten von Kolonisatoren, die den Urwald besiedeln sollten. Warum diese aber Machupicchu  - vielleicht erst 30 oder 40 Jahre nach der Spanischen Eroberung – aufgaben, dafür haben auch sie keine Erklärung gefunden.
Im Zentrum von Machupicchu wurde alles Wesentliche freigelegt und restauriert. Man erwartet also keine gravierend neuen Aufschlüsse von weiteren Grabungen innerhalb der Stadt. Dagegen haben Archäologen auf der Rückseite des Huayna Picchu, des den Machupicchu überragenden Berges, in der zweiten Hälfte der 80er Jahre laufend neue Entdeckungen gemacht. So fanden sie beispielsweise eine Große Steinmauer, zahlreiche Ackerbauterrassen und Bewässerungskanäle, tempelähnliche Bauten sowie Gräber in Verbindung mit Wohnhäusern und alten Inkapfaden. Neben dem Berg Putucusi, der beider Bahnstation auf der anderen Flußseite 2.400 m empor ragt, wurden auf einem tropisch überwucherten Hang Kanäle, Becken und Terrassen freigelegt, die schnell wieder zuwuchsen. Diese und andere Neuausgrabungen – sowohl direkt am Rio Urubamba als auch weiter oben – lassen weitere Spekulationen über das Leben und die Bevölkerung von Machupicchu aufkommen und könnten vielleicht alle bisherigen Theorien über den Haufen werfen, zumal die Entdeckungsserie noch nicht abgeschlossen zu sein scheint.


Urubambatal

Auf der Bahnfahrt von Cusco nach Machupicchu stößt man bei km 64 auf das Urubambatal (auch Vilcanota – Tal genannt) Bald darauf, beim Überqueren des Rio urubamba, läuft der Zug ins Herz des „Heiligen Tals der Inka“ ein. Agrarterrassen, Ruinen, Türme auf den höchsten Bergspitzen und die Fundamente alter Hängebrücken zeugen noch von den enormen Aktivitäten des Inkavolkes.
Urubamba, der Hauptort (2.880 m) des gleichnamigen Tales, wird auch Perle des Vilcanota  bezeichnet und ist von Cusco etwa 60 km  (über Pisaq 70 km) entfernt. Sehenswürdigkeiten gibt es keine, doch man kann schöne, kleine Wanderungen machen, auf denen man sicher keine Touristen trifft. Urubamba ist wegen seines gesunden Klimas als Ausflugsort beliebt Urubamba ist neben Yucay schlichtweg ein liebevolles Städtchen, um stwas auszuspannen.


Ayacucho

Die schöne Hauptstadt des gleichnamigen Departamento Ayacucho (2.750 m ü. d. M., 115.000 Einw.), liegt auf halbem Weg zwischen Lima (570 km) und Cuzco (595 km). Die Stadt verdankt ihre Gründung (1539) dem Eroberer Pizarro, der einen sicheren Rast- und Lagerplatz für Reisende und Waren benötigte. Durch Erzfunde kam der Ort im Laufe der Kolonialzeit zu beachtlichem Reichtum. Da Cuzco zu Gunsten Limas immer mehr an Bedeutung verlor, wurde es auch in Ayacucho stiller. Nach dem Bau der Eisenbahn von Lima bis Huancayo im vorigen Jahrhundert entwickelte sich allerdings Cuzco zum führenden Umschlagplatz Perus, während Ayacucho daran nicht teilhaben konnte und weiter zurückfiel. Ihren heutigen Namen erhielt die Stadt 1825 nach dem in der Nähe gelegenen Ort des Siegers General Sucres über das letzte spanische Kolonialherr in Südamerika am 9. Dezember 1824. denn ursprünglich hieß Ayacucho Huamanga.
Heute wird im Departamento Ayacucho, das bis in tropische Landstriche am Río Apu´rimac hinabreicht, vornehmlich Agrarwirtschaft betrieben. Der einstige Erzabbau sank zur Bedeutungslosigkeit herab. Industrie gibt es praktisch nicht. In den Tälern nahe dem Städtchen Cochenille wird der intensivrote Farbstoff der Koschenillelaus gewonnen, die auf den im Umkreis von Ayacucho prächtig gedeihenden Feigenkakteen, einer Opuntienart, lebt.
Stadt und Departamento Ayacucho zählen heute zu den ärmsten Regionen Perus. Papst Johannes Paul II. betonte bei seinem Besuch im Frühjahr 1985, dass die Saat der Gewalt nicht zufällig in dieser Gegend aufgegangen sei. Er spielte damit auf die maoistische Terroroganisation Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) an, die hier besonders verwurzelt war. In der Stadt Ayacucho sollen knapp 70 % der Bevölkerung Analphabeten sein, über 90 % der Haushalte nicht über fließendes Wasser verfügen und die Menschen keine längere Lebenserwartung als 45 Jahre haben.
Von der kolonialen Blüte Ayacucho legen rund 36 Kirchen und zahlreiche Adelspaläste sowie einem wichtigen indigenen Universitätszentrum Zeugnis ab.


Huancayo

Die Hauptstadt des Departamento Junin liegt auf 3.271 m Höhe am linken Ufer des Rio Mantaro inmitten des Valle del Mantaro.
Mit ca. 360.000 Einwohnern ist Huancayo ein bedeutendes Handels- und Agrarzentrum, bietet jedoch für den Reisenden wenig sehenswertes. Das gesamte Gebiet wurde einst von den Huancas, einem kriegerischen Hochlandvolk bewohnt, die erst 1460 vom Inaca Pachacùtec besiegt wurden und der Huancayo zu einem Tambo (befestigter Stützpunkt) ausgebaute.. Nach der spanischen Besetzung wurde Huancayo 1572 zur Hauptstadt des Departamento Junin erklärt. In der Capilla La Merced versammelte sich 1830 der Congreso Constituyente und verabschiedete die peruanische Verfassung. Am 8. September wird in Sapallanga und anderen umliegenden Orten das acht Tage dauernde Fest zu Ehren der Virgen de Cocharcas gefeiert, es ist erlebenswert.
Huancayo weist ein angenehm trockenes Klima auf, das nur zwischen Dezember und März von starken Regenfällen unterbrochen wird. Die Nächte zwischen Mai und Juli sind meist sehr kalt.
Wer an einem Sonntag in Huancayo ist, sollte sich den Wochenmarkt Feria Dominicial de Huancayo anschauen, er ist noch weitgehend untouristisch.


 

Peru – Informationen und Hinweise

( Quelle: Wendy – Pampa – Tours )


Geographie und Landschaft

Peru bedeckt eine Fläche von 1.285.216 qkm und ist etwa fünfmal so groß wie Deutschland. Im Norden grenzt Peru an Kolumbien, im Nord-Westen an Ecuador, im Westen mit der 2.200 km langen Küstenlinie an den Pazifischen Ozean, im Süden an Chile, im Südwesten an Bolivien und im Osten an Brasilien. Das größte Andenland und drittgrößte Land Südamerikas erstreckt sich vom Äquator bis zum 18. südlichen Breitengrad (über 2.000 km) und von der Pazifikküste über 1.200 km weit über den mehr als 6.000 m langen hohen Andenkamm bis ins Amazonastiefland im Osten. Der höchste Berg ist der Huascaran mit 6.788 m.
Peru gliedert sich in drei große Landschaften:
1. Den Küstenstreifen (costa), der im Norden bis 150 km breit und 2.200 km lang ist. Von den Anden werden die Oasen Piura, Chiclayo und Trujillo und deren Bananen- Zuckerrohr-, Reis- und Baumwollfelder bewässert.
Die Panamerikana zieht sich wie eine Fatamorgana durch die Küstenwüste. Im Norden bei Chiclayo im “Tal der Pyramiden” und im Mondtempel bei Trujillo fanden Forschungsteams Monumente der Moche-Kultur aus der Vorinka-Zeit. Lima, einst die Hauptstadt des Vize-Königreichs der Spanier, ist UNESCO-Weltkulturerbe.
Etwa 25 km südlich von Lima liegt das Naturschutzgebiet Paracas (Klein-Galapagos). Hier leben Wale, Seelöwen, Pinguine, Tölpel und Pelikane.
200 km weiter Richtung Süden befinden sich die berühmten Nazca-Linien in der Küstenwüste Perus.
2. Das Andenhochland (Altiplano, Sierra) ist das Hauptsiedlungsgebiet. Es liegt auf 3.000 – 4.000 m Höhe zwischen der West- und Zentralkordillere. Im Nationalpark Titikaka bei Puno befinden sich die berühmten Schilfinseln der Uru-Indios. Den Titikaka-See, das “Heilige Meer” der Inkas, teilt sich Peru mit Bolivien.
Cuzco, einst südliche Hauptstadt der Inkas, ist Ausgangsort für die Tour zur berühmten Inka-Festung Machu Picchu. mit seinen 6.000er Gipfeln im subtropischen Bereich ist der Nationalpark Huascaran UNESCO-Welterbe.
2. Das östliche Regenwaldgebiet (Selva) im Amazonastiefland ist zum größten Teil undurchdringlicher, unerforschter Dschungel und nimmt etwa zwei Fünftel der Gesamtfläche Perus ein. Die wichtigste und einzige Großstadt am Amazonas, Iquitos, ist nur per Schiff oder Flugzeug erreichbar. Alle Straßen von Iquitos enden am Stadtrand im Urwald. Der Manu-Nationalpark im Amazonasbecken ist UNESCO-Welterbe.

Geschichte

Während der Inka-Zeit hieß das Land Tahuantin-suyu (die vier Provinzen). Die Spanier benannten Peru nach der kleinen Landschaft Biru, durch die sie bei ihrem Eroberungszug kamen.
Vom 12.-15.Jh. unterwarfen die Inkas nach und nach große indianische Stämme wie die Aymaras, Quechua (Ketschua), Chimu und Cara (Vorfahren der Indios Ecuadors), was ihr Reich enorm vergrößerte. Riesige Tempel und uneinnehmbare Festungsanlagen sind bis heute Zeugen der großen Kultur.
Als die Spanier unter Pizarro 1532 bis ins Hochland vordrangen stand die Inka-Kultur in höchster Blüte, war aber durch den vorausgegangener Thronfolgekrieg zwischen den Brüdern Atahualpa und Huascar geschwächt. Trotz immenser Gold- und Juwelenanhäufung als Lösegeld ermordeten die Spanier noch 1532 den Inka-Herrscher Atahualpa und nahmen Cuzco ein.
1535 gründete Pizarro Lima.
1572 eroberten die Spanier den letzten freien Inka-Staat Vilcabamba und richteten seinen Herrscher Tupac Amaru hin.
Peru war das reichste Vizekönigreich der spanischen Kolonien mit Lima als Handels- und Verwaltungszentrum. Das Vizekönigreich Neu-Granada (Kolumbien) wurde 1739 und Rio de la Plata (Argentinien) 1776 von Peru getrennt.
Im Jahre 1780 kam es durch die brutale Versklavung der Indios, die in Silberminen Zwangsarbeit leisten mussten, zum Aufstand unter J.G.Condorcanqui (Tupac Amaru II.)
Der Venezolanische Freiheitskämpfer Simon Bolivar kam über Kolumbien, Ecuador und Peru bis nach Bolivien.
General San Martin (Arg.) unterstützte ihn und rief am 18.Juli 1821 in Lima die Unabhängigkeit Perus aus. Doch erst 1824, durch den Sieg von General Sucre 1824 bei Ayacucho wurde Peru unabhängig. Simon Bolivar versuchte vergeblich, Peru und Groß-Kolumbien zu vereinigen. 1827 brach ein Bürgerkrieg gegen die kolumbianische Herrschaft aus. 1835 – 39 vereinigte Diktator A. Santa Cruz Peru und Bolivien zu einem Bundesstaat. In den Jahren 1864 und 1866 kam es zum Krieg Perus gegen Spanien und Chile um die wertvollen Lagerstätten des Guano-Düngers in der Küstenzone. 1879 – 1883 kämpfte Peru im Salpeter-Krieg, in dem es immense Gebiete an Chile verlor. 1929 gab Chile die Provinz Tacna an Peru zurück. 1932 – 33 und 1940 – 42 kam es mit Kolumbien und Ecuador zu Konflikten wegen dem Grenzverlauf im erdölreichen Amazonastiefland. Die linksgerichtete Militärregierung unter F. Belauunde Terry übernahm 1968 die Macht. Gro0grundbesitzer wurden enteignet. Seit 1979 ist Peru durch die neue Verfassung eine präsidiale Republik. Danach führt ein direkt vom Volk (erstmals auch von etwa 20% erwachsenen Analphabeten) gewählter Präsident gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten die Regierungsgeschäfte. 1980wurde F. Belauunde Terry wiedergewählt. Die verstaatlichten Unternehmen wurden wieder Privatbesitz. Die Aktivitäten der Guerillabewegung “Leuchtender Pfad” nahmen zu.
1985 wurde Alan Garcia zum Präsidenten gewählt, 1990 Alberto Fujimori. 1992 rief Fujimori durch Erlaß der neuen Verfassung ein neues Parlament auf. Im gleichen Jahr ließ er A. Guzman den Führer des “Leuchtenden Pfads” festnehmen. Peru konnte wieder sicher bereist werden. 1985 wurde Fujimori wiedergewählt. Nach der Wahl 2000 verließ er wegen Ungereimtheiten Peru. Seit 2001 ist Dr. Toledo Manrique Präsident.

Bevölkerung und Religion

Peru hat ca. 27 Mio. Einwohner. Über 90% der Bevölkerung lebt in der Küstenregion und im Hochland, über 70% davon in den Städten. 40% der Bevölkerung sind indianischer Abstammung, 45% sind Mestizen. Die Weißen (hauptsächlich spanischer Abstammung) bilden mit 10% nur eine dünne Oberschicht. 5% sind Schwarze, Mulatten, Chinesen und Japanern. Die Hochland-Indios (Ketschuas und Aymaras) bilden die größte indianische Bevölkerungsgruppe. In den Regenwäldern des Amazonastieflandes leben noch etwa 40.000 Waldindianer (Tukano-, Pano- und Aruak-Stämme). 75% der Peruaner sind Katholiken. Protestanten und Juden sind Minderheiten. Indianische Naturreligionen haben viele Anhänger.

Sprache

Seit 1975 ist neben Spanisch auch Ketschua (die Inka-Sprache) Landessprache. Im Hochland um Puno wird Aymara gesprochen, im Amazonastiefland etwa 50 einheimische Indianer-Sprachen

Ortszeit

MEZ -7 Std., während der europäischen Sommerzeit -8 Stunden

Währung und Devisenbestimmungen

Landeswährung ist der Nuevo Sol. Kurs: 4 Nuevo Sol entsprechen 1 €uro, 3,6 Sol = 1US$ (Dez. 2003) Landeswährung und Fremdwährungen können unbegrenzt eingeführt werden. Mit Kreditkarten (VISA) und Maestro-Euroscheckkarten kann Geld an Automaten in den Städten abgehoben werden. Es empfiehlt sich für den Bankgeldumtausch US$-Noten mitzuführen.

Einreiseformalitäten

Deutsche benötigen einen gültigen Reisepass. Bei einem Aufenthalt bis zu 90 tagen ist kein Visum erforderlich. Bei der Ausreise nach Chile dürfen keine Frischwaren mitgeführt werden.

Gesundheitsbestimmungen

Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Empfohlen: Hepatitis-A, Tetanus und Polio. Für Reisen ins Amazonasbecken: Malaria-Prophylaxe, Gelbfieber- und Cholorarimpfung. Bedenken Sie, dass der Körper genügend Zeit für die Akklimatisation im Hochland braucht. Kreislauf- und Durchfallerkrankungen vorbeugen.

Klima und Reisezeit

Peru hat drei Klimazonen: Im Küstengebiet ist es warm und trocken, im Hochland gemäßigt kalt und im Amazonastiefland feuchtheiß. Reisezeit: Küstengebiete von Dezember bis April, Hochland und Dschungel März bis November.